24/7 für Sie erreichbar

Wir sind jederzeit für Sie erreichbar. Wählen Sie hier Ihren gewünschten Kontaktkanal aus.

Informationen

Einspeisemanagement
Bedingt durch den massiven Zuwachs an dezentraler Erzeugungsleistung stoßen elektrische Netze, vor allem in Netzgebieten mit hohem Aufkommen an EEG-Anlagen, an ihre Kapazitätsgrenzen.
Die zu übertragenden Leistungen nehmen in einigen Regionen bereits heute Werte an, die die technisch zulässigen Übertragungskapazitäten zeitweise voll ausschöpfen.
Auf Grund der nicht planbaren Einspeisung aus erneuerbaren Energien kommt es immer häufiger zu sogenannten Netzengpässen.
Um den Anschluss weiterer Energieerzeugungsanlagen in den hiervon besonders betroffenen Netzregionen zu garantieren, hat das Einspeisemanagement als vorübergehende Netzsicherheitsmaßnahme die Aufgabe, den sicheren Netzzustand im Rahmen des Netzbetriebes zu gewährleisten.
Demnach sind Netzbetreiber berechtigt und verpflichtet, sofern die Sicherheit des Elektrizitätsversorgungssystems gefährdet oder gestört ist, diese durch das Ergreifen vorgegebener Maßnahmen zu beseitigen.
Das Einspeisemanagement beschreibt somit die temporäre Reduzierung der Einspeiseleistung von Erneuerbaren Energien-, Grubengas- und Kraft-Wärmekopplungsanlagen und stellt grundsätzlich einen Teil der Systemsicherheitsmaßnahmen im Elektrizitätsnetz dar.
Ziel des Einspeisemanagements ist die Sicherstellung der Versorgungssicherheit bei gleichzeitig größtmöglicher Einspeisung von Strom aus Erneuerbaren-Energien-Anlagen unter Berücksichtigung der betriebs- und volkswirtschaftlich geringsten Kosten.

Notwendigkeit des Einspeisemanagements
Gemäß Erneuerbare-Energien-Gesetz müssen die Netzbetreiber ihre Netze entsprechend dem Stand der Technik optimieren, verstärken und ausbauen, um die Abnahme, Übertragung und Verteilung des Stroms aus erneuerbaren Energien und Grubengas sicherzustellen.
Netzausbau bedeutet nicht nur neue Leitungen zu bauen, sondern auch, bestehende Netze umzubauen. Die häufigsten Ursachen für den Ausbau der Netze sind die Zunahme der Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energiequellen, sich ändernder Strombedarf und der technische Anlagenzustand. Ebenso wichtige Punkte sind die Erhöhung der Versorgungszuverlässigkeit und die Verbesserung der Netzstruktur.
Mit Hilfe des Einspeisemanagements werden Netzbetriebsmittel wie Freileitungen oder Transformatoren vor Überlastungen geschützt. Ohne das Einspeisemanagement könnte es beispielsweise bei Starkwind zu Überlastung von Netzabschnitten und zu Versorgungsausfällen kommen. Das Einspeisemanagement ermöglicht eine optimale Nutzung der Netze für die Aufnahme von Strom, ohne dabei die Versorgungssicherheit zu gefährden.
Einzige Alternative zum Einspeisemanagement wäre ein Stopp des Anlagenzubaus der erneuerbaren Energien bis zum Abschluss der entsprechend notwendigen Netzverstärkungsmaßnahmen in der jeweiligen Region.

Funktionsweise des Einspeisemanagements
Bei Überlastung von Leitungen erfolgt eine zeitweilige Reduzierung der Einspeiseleistung (Wirkleistung) von Erzeugungsanlagen. Hierbei werden die betroffenen Anlagen über ein vom Netzbetreiber versendetes Reduktionssignal aufgefordert, ihre Einspeiseleistung herunter zu regeln. Dieses Signal wird mittels Funkrundsteuertechnik bzw. Fernwirktechnik von der verantwortlichen Netzleitstelle gesendet.
Im Allgemeinen werden die am Einspeisemanagement teilnehmenden Anlagen zu einer Absenkung ihrer Einspeiseleistung, je nach Erfordernis, auf 60 %, 30 % oder 0 % ihrer Nennleistung, aufgefordert.
In den überwiegenden Fällen sollte durch eine optimale Anwendung des Einspeisemanagement eine Abschaltung von Erzeugungsanlagen über NOT-AUS verhindert werden.
Sobald die kritische Netzsituation beendet ist, zeigt die Rücknahme des Reduktionssignals dem Anlagenbetreiber die Möglichkeit zur vollen Einspeisung an - 100 %-Signal.

Gesetzliche Vorgaben EEG 2017
1. Technische Vorgaben gemäß § 9 EEG 2017
Gemäß § 9 Abs. 1 müssen Anlagenbetreiber sowie Betreiber von KWK-Anlagen ihre Anlagen ab dem 01.01.2012 mit einer installierten Leistung von mehr als 100 kW mit technischen Einrichtungen ausstatten, mit denen der Netzbetreiber jederzeit

die Einspeiseleistung bei Netzüberlastung ferngesteuert reduzieren kann und
die jeweilige Ist-Einspeisung abrufen kann.

2. Einspeisemanagement gemäß § 14 EEG 2017
Gemäß § 14 des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) 2017 sind Netzbetreiber unbeschadet ihrer Pflicht nach § 12 ausnahmsweise dazu berechtigt, an ihr Netz unmittelbar und mittelbar angeschlossene Anlagen und KWK-Anlagen, die mit einer Einrichtung nach § 9 ausgestattet sind, zu regeln, soweit

andernfalls im jeweiligen Netzbereich einschließlich des vorgelagerten Netzes ein Netzengpass entstünde,
der Vorrang für Strom aus erneuerbaren Energien, Grubengas und Kraft-Wärmekopplung gewahrt wird, soweit nicht sonstige Anlagen zur Stromerzeugung am Netz bleiben müssen, um die Sicherheit und Zuverlässigkeit des Elektrizitätsversorgungssystems zu gewährleisten, und
sie die verfügbaren Daten über die IST-Einspeisung in der jeweiligen Netzregion abgerufen haben.

3. Entschädigungszahlung gemäß § 15 EEG 2017
Wird die Einspeisung von Strom aus einer Anlage zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien, Grubengas oder Kraft-Wärme-Kopplung wegen eines Netzengpasses im Sinne von § 14 Absatz 1 reduziert, muss der Netzbetreiber, an dessen Netz die Anlage angeschlossen ist, die von der Maßnahme betroffenen Betreiber abweichend von § 13 Absatz 4 des Energiewirtschaftsgesetzes für 95 Prozent der entgangenen Einnahmen zuzüglich der zusätzlichen Aufwendungen und abzüglich der ersparten Aufwendungen entschädigen. Übersteigen die entgangenen Einnahmen nach Satz 1 in einem Jahr 1 Prozent der Einnahmen dieses Jahres, sind die von der Regelung betroffenen Betreiber ab diesem Zeitpunkt zu 100 Prozent zu entschädigen. Der Netzbetreiber, in dessen Netz die Ursache für die Regelung nach § 14 liegt, muss dem Netzbetreiber, an dessen Netz die Anlage angeschlossen ist, die Kosten für die Entschädigung ersetzen.